Vorwort alt
"Das Fähnlein von Trafoi" - so nennt Christian Röck eine
Kameradschaft von Bauernkrieger, die, selbst ein Stück Bergnatur
und daher allein den Besonderheiten eines Krieges auf Gletschern
und Graten gewachsen, im erbitterten Kampf gegen Feind und Berg
die Heimat verteidigt, die dicht hinter ihrem Rücken im Tale liegt.
Sie kämpfen auf verlorenem Posten im hochalpinsten Kampfabschnitt,
der oft genug Nachschub an Nahrung und Material entbehren muß und
von der Heeresleitung oft nicht ausreichend unterstützt werden kann.
Darum sehen sich diese Schützen allein auf ihre eigene Kraft angewiesen
und stehen als eine Schar von Waffenbrüdern, ähnlich einem Fähnlein
Landsknechte, in engster Gemeinschaft auf Tod und Leben verbunden.
Der Verfasser, selbst Mitkämpfer, weiß so plastisch und echt zu
schildern, dass man von Anfang bis zum Ende in Bann der Geschehnisse
bleibt.
Das Buch ist ehrlich und wahr in Darstellung und Empfindung, menschlich
und heimattreu in der Gesinnung, und darum wird das "Fähnlein
von Trafoi" im Weltkriegs-Schrifttum stets einen Ehrenplatz
bewahren.
Hannes Barth
Schriftleiter der "Zeitschrift" und "Mitteilungen"
Des Deutschen und Österreichischen Alpen-Vereins
Vorwort neu
Zur 90. Wiederkehr des Ausbruchs des ersten Weltkrieges wurden
landesweit, so auch in Trafoi, Ausstellungen organisiert. Film-
und Bilddokumentationen Waffen, Uniformen und vor allem Gebrauchsgegenstände
für den Alltag der Soldaten wurden von zahlreichen Personen sorgsam
geborgen, zusammen getragen und zur Verfügung gestellt.
Das Interesse, auf welches diese Ausstellungen
stießen, war unerwartet groß. Schulklassen, Einheimische, Feriengäste
aus Nah und Fern besuchten diese Ausstellungen und waren tief
beeindruckt von den außergewöhnlichen Leistungen der Soldaten
an der Ortlerfront.
Dieselben Geschehnisse schildert Christian Röck
in diesem Tatsachenbericht. Einerseits beschreibt er in einer
einzigartigen, poetischen Sprache die einmalige Schönheit dieser
Bergwelt, anderseits erzählt er unverhüllt und rau von der Grausamkeit
der Kampfhandlungen. Unmenschliches Leid und die ständig lauernde
Gefahr des Todes aus Kälte, Hunger, Lawinen und Erschöpfung prägen
die Ereignisse. Viel Wert legt er dabei auf das Schildern der
Werte, wie Treue, Heimatliebe und Kameradschaft, an welche jene
Männer fest glaubten, für die sie kämpften und ihr Leben ließen.
Damit ihr Opfer in der Erinnerung der heutigen
Gesellschaft und vor allem der Jugend nicht verloren geht, ist
dieses Buch als wertvolles Mahnmal für den Frieden zu sehen.
Trafoi, im November 2005
Vigil Klammsteiner
Pfarrer von Trafoi
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